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6. Was nun?

Als ich am nächsten morgen aufstand und die Tür aufschloss, sah ich Nicki, der vor meiner Tür schlief. Ich fand das irgendwie mega süß, aber ich war entschlossen zu diesem Termin zu gehen. Also stieg ich leise über ihn, machte mich fertig und verließ das Haus. Auf dem Weg überkam mich dann doch das schlechte Gewissen. Natürlich hatte Nicki ein Recht zu entscheiden, ob wir das Kind behalten sollten oder nicht. Aber ich ließ mir mit Sicherheit nicht mein Leben zerstören, Nur weil er dabei wieder an Mingo denken musste.

An der Rezeption sagte ich meinen Namen und die Frau begleitete mich in ein Zimmer. Alles darin war weiß und ich fühlte mich, als wäre ich in einem Krankenhaus. Ich setzte mich an den Schreibtisch und sah einem sehr sympathisch aussehenden Mann in die Augen. Er seufzte: „Guten Tag, Frau Fischer. Ich bin Doktor Mekdour. In meinen Akten steht, dass sie über einen Schwangerschaftsabbruch nachdenken.“ Ich nickte.

„Nun, da sie gerade einmal achtzehn Jahre alt sind, würde ich mal schätzen, dass das das Problem ist.“ Unter andrem“, antwortete ich, „Mein Freund…oder Verlobter hat sehr viele Probleme. Er hat noch nicht mal einen Abschluss oder eine Ausbildung fertig und ich muss noch zur Schule gehen und mein Abitur machen. Ich kann mich einfach nicht dabei noch auf zwei Kinder konzentrieren.“ „Ja, sie haben Recht, dass sind eine Menge Probleme. Aber was ist denn mit ihren Eltern? Können sie nicht mal auf die Kinder aufpassen oder sie großziehen?“ Ich schüttelte den Kopf: „Nein, mein Verlobter hat keinen wirklichen Kontakt zu seinen Eltern. Sein Vater lebt in Norwegen und seine Mutter in Sizilien.“ „Und was ist mit ihren Eltern?“, fragend schaute er mich durch seine großen Brillengläser an. „Meine Eltern sind gerade auf Weltreise…da meine Mutter…sehr schweren Krebs hat und wohl nicht mehr lange zu…leben hat.“ Es fiel mir enorm schwer, diese Wörter auszusprechen, aber es wahr nun einmal die Wahrheit…

„Ja, Frau Fischer. Das ist eine sehr schwierige Situation. Ich möchte nicht, dass sie denken, dass ich mich auf eine Seite schlage, dass heißt es ihnen Ausreden oder einem Schwangerschaftsabbruch zustimme, das ist ganz allein ihre Entscheidung. Aber falls ich ihnen einen Rat geben dürfte…?“, fragend schaute er mich an. Ich nickte. „Dann würde ich ihnen raten, das Baby oder die Babys auszutragen. Sie kommen mir wie eine junge sehr sensible Frau vor, die bei einer Abtreibung danach völlig am Boden zerstört wäre, und sich danach selber hassen würde. Ich würde ihnen raten die Babys auszutragen, sie aber zur Adoption freizugeben. Denn so wie ich das sehe können sie und ihr…Verlobter sich nicht wirklich gut um die Kinder kümmern…“

Ich nickte. Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, doch die Idee gefiel mir, Auch wenn es bestimmt wehtat seine Babys wegzugeben. Dann könnten sie wenigstens bei reifen Erwachsenen aufwachsen, die sich um sie kümmern könnten und genügend Geld hätten.

„Wie ist das, könnten wir sie dann noch sehen?“

„Das müssten sie mit den zukünftigen Eltern ausmachen. Aber es würde bestimmt gehen.“ „Danke, Herr Mekdour. Ich glaube, ich werde, dass mit der Adoption machen. Jetzt muss ich nur noch meinen Verlobten davon überzeugen.“ „Sie können ihn gerne zu mir schicken, wenn er noch Fragen hat.“ Ich schüttelte ihm zum Abschied noch einmal die Hand und ging aus dem großen Gebäude heraus. Mein Entschluss stand fest: Ich wollte meine Kinder zur Adoption freigeben. Aber was hielt wohl Nicki von der ganzen Sache?

Er packte mich ziemlich grob am Arm: „Sag mal Maya, hast du den Verstand verloren? Bist du bescheuert? Als ob ich meine Kinder meine Kinder zu irgendwelchen Fremden Leuten schicken würde. Vielleicht sind das genau solche Eltern wie ich sie hatte! Vielleicht würden sie unsere Kinder schlagen?! Was ist dann, hää? Ey, Ich wird, dass niemals zulassen, dass meine Kinder geschlagen werden. Ich werde das nicht zulassen, dass du unsere Kinder weggibst!“ Seine Hand klammerte sich immer fester um meinen Oberarm, sodass ich schon dachte er würde mir gleich das Blut abschnüren. „Nicki, bist du bescheuert? Lass mich los!“ Aber er beachtete mich nicht und schrie mich weiter an: „Ey, was ist wenn die ihr Leben lang im Waisenhaus leben oder so? Was ist, wenn die genauso ein beschissenes Leben haben wie Mingo und ich? Was ist wenn die auch Drogenabhängig werden? Oder wenn die so genannten ´Eltern´ uns dann den Kontakt mit UNSEREN Kindern verbieten? Dann ist es zu spät, dann können wir nichts mehr machen!“ Ich stieß ihn von mir weg: „Nicki, es reicht jetzt, du tust mir nicht so weh, ist das klar? Hast du überhaupt gemerkt, dass du bei meinem Arm fast das Blut abgeschnürt hättest? Das tat weh, okay?? Ich glaub du spinnst. Du kannst mich nicht so behandeln. Außerdem hatten wir das schon mal. Wir sind zu jung. Ich glaube die Kinder hätten es einfach besser, bei einer Familie, die ihnen etwas bieten kann…“ Er funkelte mich böse an: „Ach du glaubst ich bring es zu nichts. Du glaubst immer noch, dass ich nie genügend Geld verdiene, oder? Ja klar, weil ich ja zu nichts tauge. Ich würde mich ja auch nie um die Kinder kümmern, sondern würde die ganze Zeit fremdpoppen, oder? Das denkst du von mir, gib es zu!!!!!“

Seine Worte trafen mich wie ein Schlag in Geicht. Aber er hatte Recht. Ja, das dachte ich wirklich. Ich konnte doch nichts dafür, dass ich Nicki immer noch nicht vertrauen konnte… Ich schaute zu Nicki auf und sah wie tief ihn meine Entscheidung getroffen hatte. „Principessa, bitte überleg es dir noch, für mich.“, flüsterte Nicki. Sanft küsste er meine Tränen weg. Jetzt war es an der Zeit zu entscheiden worauf ich hören sollte, Kopf oder Herz? Adoption oder behalten? Vielleicht würde ich sogar Nicki verlieren, wenn ich mich falsch entscheiden würde! Hach, worauf soll ich nur hören?? Da ich keinen klaren Gedanken fassen konnte, begann ich zu beten, etwas was ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht hatte! Nachdem ich bei Jesus wieder einmal mein Herz ausgeschüttet hatte, ging ich zu Bett.

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