FANDOM



13. Der Unfall

Ja, ich merkte jeden Tag ein wenig mehr, wie sehr sich Nicki auf seine Familie freute, denn schließlich hatte er sie schon fast ein eineinhalb Jahre nicht mehr gesehen.

Als die Kleinen endlich beide schliefen, fragte mich Nicki ob wir noch zusammen einen Film anschauen wollen. Doch ich wollte eigentlich nur noch ins Bett, denn wer hätte gedacht wie anstrengend die Babys sein können. Als ich ihm das sagte, antwortete er nur: „Ok, dann gehe ich noch ein wenig raus...“ Das passte mir zwar nicht, denn ich wollte ihn nicht mehr so gerne alleine raus gehen lassen.

Also schlief ich ein und träumte von Nickis Familie.

Doch da hörte ich wider einmal mein alltägliches Geräusch: weinen, ich wachte auf und wollte Nicki beauftragen zu den Kleinen zu gehen, denn es war schon 5 Uhr morgens.

Als ich mich umdrehte und Nicki wecken wollte, stellte ich mit Entsetzen fest, dass er nicht da war!

In mir drin kamen die schrecklichsten Gedanken hoch was, wenn er gerade bei einer anderen im Bett lag, oder wenn er wieder zusammen geschlagen worden war, oder es ihm einfach zu viel geworden war mit den Babys? Ich stand sofort auf und ging zu meinen Mädchen. Juline schlief seltsamerweise trotz Giulias Geschrei noch...Ich nahm Giulia in meinen Arm und sie guckte mich so glücklich mit Nickis Augen an. „Ach Giulia“, seufzte ich. „Weißt du vielleicht wo dein Vater ist?“ Ich überlegte mir, wo Nicki denn sein könnte. Als erstes beschloss ich, es mal mit dem Anrufen zu versuchen. Gespannt wartete ich auf das Piepen, doch enttäuscht stellte ich fest, dass sein Handy auf seinem Nachttisch lag und nun vor sich hin läutete. Langsam bekam ich es mit der Angst zu tun. Ich machte die Mädchen ausgehbereit und legte sie in den orangen Zwillingskinderwagen, den wir im Internet ersteigert hatten. Während ich mit dem Bus zu seinem Arbeitsplatz fuhr, rief ich nacheinander Gina und Suleika an, doch beide wussten nichts von Nicki. Ich betete flehend, dass Nicki, doch in seinem Restaurant zu finden sei und stieg erwartungsvoll an der richtigen Haltestelle aus. So schnell ich konnte lief ich mit dem Kinderwagen zum Restaurant, ja ich rannte fast! Endlich angekommen, stieß ich erwartungsvoll die Tür zum Restaurant auf und stürmte in die Küche...

„Was machen sie denn hier? Gäste warten normalerweise draußen und setzen sich an einen Tisch!“, fuhr mich der schlechtgelaunte Koch an. „Es tut mir leid”, erwiderte ich, „ich wollte nur fragen ob mein Verlobter Domenico di Loreno bei ihnen ist oder heute schon da war?“ „Nein war er nicht, aber er hätte schon vor einer Stunde hier sein müssen! So, richte ihm das aus und nun scher dich weg!!“ „Werde ich machen”, murmelte ich und verließ enttäuscht, wütend und verzweifelt die Küche...

Ich ging wieder hinaus und überlegte verzweifelt wo Nicki noch sein könnte, als plötzlich Giulia wieder weinte. Ich nahm sie in die Arme und wiegte sie ein bisschen. Sie stank komisch und ich musste sie wickeln.

Ich weiß nicht warum, vielleicht dachte ich gerade an einen Abend mit Nicki, kam mir in den Sinn, dass er bei der Laterne sein könnte. Also setzte ich Giulia wieder in den Wagen und lief zur Laterne. Und wirklich...dort war Nicki. Er lag auf der Bank und hatte die Augen zu. Ich überlegte, sollte ich jetzt zu ihm hingehen? Nein, erst musste ich die Babys zu Gina schaffen. Ich musste jetzt mit Nicki allein sein...

Als ich von Gina wiederkam, schlief Nicki immer noch...

Langsam ging ich auf ihn zu. Wie schön er auch aussah wenn er schlief. Ich studierte eine Weile sein Gesicht, die paar niedlichen Sommersprossen, die noch von Sizilien übrig geblieben waren, die kleinen Narben, die von seiner wilden Vergangenheit erzählten,...

Da schlug er plötzlich die Augen auf. „Ey Maya, was machst du denn hier?“ „Ich habe mir vielleicht Sorgen gemacht und dich gesucht!“, erwiderte ich. „Ja okay, sorry, dass ich weggegangen bin, aber ich musste einfach mal allein sein.“ „Ja, ich versteh dich ja, aber es wäre trotzdem nett, wenn du mir sagen würdest wohin du gehst!“ „Ja Süße mach ich das nächste Mal. Versprochen! Komm los steig aufs Motorrad. Wir fahren nach Hause.“

Während der Motorradfahrt fiel mir auf, dass ich heute noch gar nichts gegessen hatte. Deshalb bat ich Nicki bei einer Bäckerei anzuhalten. „Ja klar Principessa”, meinte er nur, „Ich warte hier auf dich.“

Doch es dauerte länger als gedacht. Ich musste ewig in der Schlange stehen. 3 Minuten, 5 Minuten, fast 10 Minuten, ungeduldig schaute ich auf meine Uhr. Jetzt, endlich war ich dran.

Nachdem ich die 5 Brötchen für unser Frühstück gekauft hatte, verließ ich die Bäckerei.

Doch Nicki war nicht mehr da! Nicht schon wieder!

Ich schaute nach links. Nichts.

Ich schaute nach rechts. Oh mein Gott, auf der Kreuzung lag ein Motorrad total zerschrottet und ein Auto, auch ziemlich zerstört. In diesem Moment kam ein Polizeiauto um die Kurve und hielt an. Zwei Polizisten stiegen aus...

Doch...für einen Moment stockte mein Atem...Dieses Motorrad kannte ich doch... Nein, nein! Nicki! Ich rannte so schnell ich konnte. Als ich an der Kreuzung ankam, sah ich wie Nicki mit blutverschmiertem Gesicht gerade von den Polizisten auf eine Notfalltrage gelegt wurde. Schnell rief ich den Krankenwagen. „Ja hallo hier ist Maya Fischer. Kommen sie bitte ganz schnell zur Kreuzung Steinstraße-Schifferstraße”, stotterte ich aufgeregt. „Jetzt beruhigen sie sich erstmal. Was ist passiert?“, antwortete die Stimme aus dem Hörer. „Also mein Verlobter hatte einen Unfall mit dem Motorrad und er ist verletzt!“, versuchte ich nun ein wenig ruhiger zu erklären. „Wo noch mal?“ „Auf der Kreuzung Steinstraße-Schifferstraße.“ „Okay, ich werde gleich einen Krankenwagen losschicken.“

Kaum war die Leitung unterbrochen, rannte ich weiter zu Nicki. „Nicki!“, rief ich, „Nicki! Mensch Nicki, was machst du denn?!“ Mir kullerten schon wieder die ersten Tränen über die Wange. „Principessa”, flüsterte Nicki, „ich wollte dir doch nur einen Straus Rosen bei dem Blumenladen, da an der Ecke kaufen, als Wiedergutmachung, dass ich abgehauen bin. Aber ich wollt doch wieder da sein, wenn du aus der Bäckerei rauskommst! Da war ich halt ein bisschen zu schnell.“ „Ach Nicki”, seufzte ich... „Man Maya, es tut mir leid, ich bin halt einfach ein Versager...“ „Nein, bist du nicht!“ Er antwortete mir nicht. Also nahm ich einfach seine Hand und hielt sie fest und streichelte sie ein bisschen bis der Krankenwagen kam. Die Notärzte legten Nicki auf eine Trage und schoben ihn in den Krankenwagen. Ich fragte den verantwortlichen Notarzt, ob ich nicht mit ins Krankenhaus fahren könne, da ich Nickis Verlobte wäre. „Ja ok, dann steigen sie ein.“, antwortete er mir...

Unruhig saß ich neben Nicki und schaute alle paar Sekunden zu ihm herüber ob er noch atmete. Sanft strich ich seine Haare aus seinem Gesicht. Als ich an eine seiner Schrammen kam, zuckte er leicht zusammen. Ich merkte gar nicht, dass das Auto angehalten hatte und jemand die Türe geöffnet, bis ein Mann sagte: „Kommen Sie Frau Fischer gehen Sie ins Wartezimmer, wir rufen Sie sobald ihr Verlobter untersucht wurde.“ Da ich nichts anderes als Warten konnte, setzte ich mich müde und ausgelaugt auf die Bankreihe, die an der Wand im Gang standen. In meiner Angst und Verzweiflung rief ich meine Mutter an und berichtete ihr Nickis Unfall und meine Sorgen! Als ich gerade, beruhigt durch Mamas Worte, das Gespräch beendete, kam ein etwas molliger Doktor mit einer Brille auf seiner krummen Nase auf mich zu. Ich blickte fragend zu ihm hoch, wagte mich aber nicht die entscheidende Frage zu stellen. Dr. Steinbach, wie ich auf seinem Namenschild lesen konnte, kam mir mit dem Reden jedoch zuvor: „Ihrem Verlobten geht es nur halb so schlecht, wie Sie wahrscheinlich vermuten! Der Oberarmknochen ist angebrochen, wir aber schnell wieder zusammenwachsen. Auch seine leichte Gehirnerschütterung wird in wenigen Tagen vergehen. Was mir aber sorgen macht, ist sein Lungenflügel. Beim Sturz wurde diese leicht beschädigt, was weiter nicht schlimm wäre. Doch da er sowieso nur einen Lungenflügel hat und Raucher ist, besteht die Gefahr, dass sein Körper immer weniger leisten kann.“

Nachdem ich Dr. Steinbachs lange Rede angehört hatte, war ich froh, dass es nichts Schlimmeres war, hatte aber gleichzeitig Angst um Nickis Lungenflügel. Nicki hatte viel zu viel Adrenalin, dass es für ihn schwierig sein würde noch mehr auf seine Lunge zu achten. Und ob er es jemals ohne Rauchen aushalten könnte?

Nach dem Gespräch mit dem Arzt, wurde mir bewilligt, Nicki einen Besuch in seinem Krankenzimmer zu abzustatten. Als ich zur Tür rein kam, sah ich, dass Nicki noch schlief, ich setzte mich zu ihm und nahm seine Hand.

Nach einer gefühlten Ewigkeit bemerkte ich, dass er langsam aufwachte und mich anschaute.

„Hei Süße was ist denn passiert?“

„Oh Nicki endlich, ich dachte schon du würdest nie aufwachen, du hattest einen Motorradunfall und jetzt bist du im Krankenhaus!“

Ich umarmte ihn und küsste ihn, ich war so froh seine Augen sehen zu können und zu wissen, dass er bald wieder nachhause kommen könnte.

„Du Nicki ich muss jetzt nachhause deine Familie kommt ja heute noch...

aber ich komme dich morgen abholen der Arzt hat gesagt, du dürftest morgen nachhause, aber du musst dich jetzt ausruhen…“

Als ich das Krankenhaus verließ freute ich mich eigentlich schon richtig auf Domenicos Familie...

Langsam schlug ich den Weg zu Gina ein. Ich klingelte und Gina öffnete die Tür: „Man Maya ich dachte schon du kommst nie wieder! Was ist denn passiert?“ „Ach Gina weißt du Nicki war wieder abgehauen und ich hab ihn gesucht und dann wollte er mir ein paar Blumen als Wiedergutmachung kaufen und hatte einen Motorradunfall und jetzt liegt er im Krankenhaus...“ „Was Nicki hatte einen Unfall?“, hörte ich Suleika rufen. Dann kam sie auch schon angerannt. „Ja Nicki hatte einen Motorradunfall”, antwortete ich ihr. „So”, unterbrach Gina, „Ich denke mal du wolltest deine Kinder abholen, oder?“ Ich folgte Gina ins Wohnzimmer und sah dort die Babys. Ich legte sie in den Kinderwagen den Gina netterweise für mich aufbewahrt hatte und machte mich auf den Weg nach Hause... zuhause angekommen musste ich mich beeilen um mich und die Kinder noch umzuziehen, und noch etwas zu putzen, denn in einer Stunde würde Nickis Familie kommen.

Also suchte ich für die Beiden etwas Schönes aus (nicht beiden das Gleiche, dass Nickis Familie sie auseinander halten konnte)

Ich zog Juline einen rosafarbenen Rock an und Giulia ein blauen Rock.

Ich dagegen zog nur eine Jeans und ein Schlabber-T-Shirt an, da ich wegen der Schwangerschaft immer noch ein wenig zu viel auf den Rippen hatte.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki